Medailien für DJK-Quartett bei der 2. ID-Judo Europameisterschaft Einheitliche Standards fehlen.

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Medailien für DJK-Quartett bei der 2. ID-Judo Europameisterschaft Einheitliche Standards fehlen.

Die vier DJK-Judoka (v.l.) Tobias Weyck, Sandra Kock, Christian Pallas und Carina Niemeyer kehrten allesamt mit Medaillen und einem Siegerkranz von der Europameisterschaft zurück. Sie wurden dort von Lukas Kollmer (I.) und Marcel Mülder (r.) unterstützt.


DÜLMEN. Für die zweite ID-­Europameisterschaften im Judo hatten sich 120 Teil­nehmer aus 15 Nationen an­gemeldet.

Es konnten nur Judoka starten, die entweder durch den Weltverband für den, Sport mit geistig Behinder­ten (INAS) legitimiert sind oder eine amt-liche Beschei­nigung über die geistige Be­hinderung (der Intelligenz­quotient muss unter 75 Punkten sein), oder eine be­hördliche ICD-10 Diagnose vorle-gen konnten.

In der ASV-Sporthalle tra­ten mit Tobias Weyck, Sand­ra Kock, Christian Pallas und Carina Niemeyer auch ein Quartett von der DJK Dül­men an.

Die Bedingungen beim Wettkampf waren perfekt: Die Kampffläche war ausge­leuchtet, die Aktivitäten wurden auf eine Video- Wand übertragen, sodass al­le Kämpfe für Zuschauer und Teilnehmer auch auf der Großlein-wand verfolgt werden konnten. Nach der jeweiligen Wettkampfse­quenz erfolgte unmittelbar die Siegerehrung.

Es wurde heftig, aber im­mer fair gekämpft. Gleich zu Beginn der Veranstal-tung konnte der Dülmener Chris­tian Pallas aus Dülmen in der Klasse bis 60 Kilogramm den Europameister-Titel er­ringen. Sein Vereinskamerad Tobias Weyck sicherte sich den zweiten Platz in der Klasse bis 73 Kilogramm. BRSNW- NWJV Leistungssportkoordinator Frank Schuhknecht konnte mit dem Abschnei­den seiner Athleten am ers­ten Tag, mit dem Gewinn von 13 Medaillen sehr zu­frieden sein.

In der ersten Klasse erfolg­ten die Wettkämpfe auf spürbar höherem Niveau. Hier zeigte sich besonders, dass es über den Begriff der geistigen Behinde-rung in Europa noch keinen einheit­lichen Standard gibt. Wäh­rend in Deutschland bisher verstärkt darauf geachtet wurde, dass ausschließlich Judoka mit einer klaren Zu­ordnung zu dieser Gruppe bei den Wettbewer-ben star­ten können, scheint der Be­griff in anderen Ländern doch etwas großzügiger aus­gelegt zu werden.

„Marcel und Lukas haben die Judoka gefahren, versorgt, trainiert, getröstet und auf allen Wegen in der Freizeit be­gleitetet.“

Bernard Freitag

Mitunter waren deutliche Kompetenzunterschiede in Bewegungen, Techni-ken, vor allem in Schnelligkeit und taktischem Verhalten zu be­obachten. Das dokumentier­ten auch die Wettkampfzei­ten, denn viele Begegnungen endeten schon nach weni­gen Sekunden.

Dennoch konnten sich auch am zweiten Wett­kampftag NRW-Athleten in vielen Klassen durchsetzen und insgesamt zwölf Medail­len gewinnen. Eine Silber­medaille gab es für die am­tierende Weltmeisterin Cari­na Niemeyer aus Dülmen in der Gewichtsklasse bis 78 Ki­logramm. Sandra Kock aus Dül-men wurde in der Ge­wichtsklasse plus 78 Kilo­gramm mit der Bronzeme­daille belohnt.

Von vielen Zuschauern und internationalen Trai­nern und Funktionären wur­de die 2. Europameister­schaft im ID-Judo sehr ge­lobt. Durch das Team um Klaus Gdowczok und VG- Projekt wurde in Köln ein Standard gesetzt, der für zu­künftige Spitzenveranstaltungen wohl nur schwer zu erreichen sein wird. Den­noch erklärte sich Russland auf der Abschlussdiskussion in Köln bereit, 2021 die 2. ID-Judo-Weltmeisterschaf­ten auszurichten. Damit soll­te der Wunsch der ID-Judoka, spätestens 2028 bei den Spielen in Los An-geles „paralympisch“ zu werden, end­lich in Erfüllung gehen.

Für Trainer Bernard Frei­tag von der DJK Dülmen er­füllte das Dülmener Quartett mit einem Europameister, zwei Vizemeistern und ei­nem dritten Platz „alle Er­wartungen. Das Training bis zu drei Mal die Woche hat sich gelohnt.“ Ein besonde­rer Dank gebühre Marcel Mülder und Lukas Kollmer, die die Judokas im Vorfeld sowie an den vier Wett­kampftagen in Köln rund um die Uhr gefahren, ver­sorgt, trainiert, getröstet, auf allen Wegen in der Freizeit begleiteten.

Die vielen neuen Bekannt­schaften haben die DJK-Trainer Marcel und Lukas be­nutzt, die Judokas aus ganz Europa zur Mannschafts­meisterschaft in Dül-men am 18. Januar 2020 einzuladen. „Mit ihrem großen persönli­chen Ein-satz, in dem sie ihre Freizeit vor und bei der EM einsetzten, ermöglichten Lu­kas und Marcel für die vier DJK-Judokas aus Dülmen erst die Europa-meister­schaft“, so DJK-Coach Ber­nard Freitag

Bernard
Bernard
Judotrainer

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