Sportmedienpreis: Die Nachlese 05.03.2021

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Sportmedienpreis: Die Nachlese 05.03.2021

Bernard Freitag und Carina Niemeyer von der DJK Dülmen

Viele Preisträger

Dass die Kreissportler des Jahres 2020 via Zoom gekürt wur­den, war nicht die einzige Neuerung. Zum ersten Mal in der Geschichte des Sportmedienpreises gab es je Kate-gorie nicht einen Sieger, sondern gleich fünf. Hintergrund: Da einige Athleten, Profis zumal, trotz Corona relativ ungehindert ihren Sport aus­üben durften, andere dage-gen nur eingeschränkt, fiel es der Fachjury schwer, die im Vorjahr gezeigten Leistungen entsprechend zu gewichten – daher die Vielzahl an Preisträgern.

Bei den Sportlerinnen setzten sich Cinja Tillmann (Beachvolleyball/Senden), Yvonne Li und Linda Efler

Was bisher geschah (beide Lüdinghausen/Badminton), Carina Niemeyer (G- Judo /DJK Dülmen) und Pia Meßing (Leichtathletik/ Coesfeld) durch.

Die ersten Plätze bei den Männern errangen Fuß­ballprofi Amos Pieper (Nordkirchen), Reiter Phi­lipp Schulze Topphoff (Ha­vixbeck), Manuel Sanders Leichtathletik/Dülmen), Marco Sietmann (Leicht- athletik/Nottuln) und Fuß­ball-Referee Philipp Hüwe (Coes-feld). Beste Teams waren die erste und zweite Badminton-Mannschaft des SC Union Lüdinghau­sen, Westfalen 1 (Spring- reiten/Coesfeld) und 2 (Bundesvierkampf/Coes- feld) sowie die LG Brillux (Leichtathletik/Nottuln).

Da ist das Ding

Da die vom Kreis Coes­feld, dem Kreissport­bund, den Westfäli­schen Nachrichten, der All­gemeinen Zeitung, der Dül­mener Zeitung und der Spar­kasse Westmünsterland all­jährlich ausgelobten Sport­medienpreise (SMP) 2020 virtuell vergeben wurden, erreichten die sehr realen Trophäen die Sieger per Post. Die ausgezeichneten Sport­ler schickten nicht nur ein Beweisfoto zurück. Sie stan­den unserer Zeitung auch Rede und Antwort, da die ge­wohnt launigen Interviews der Co-Moderatoren Karin Schnaase-Beermann und Marc Zahlmann das Format der Online-Gala vergangene Woche gesprengt hätten.

Beginnen wir mit einer Fangfrage. „Was, Amos Pie­per, bedeutet Ihnen mehr: Platz eins beim SMP? Oder Ihr erstes Tor in der Bundes­liga letztens in München?“ Der Nordkirchener, der für Arminia Bielefeld kickt, ver­sucht es mit Diplomatie: Bei­de Momente auf ihre Art sei­en… Pieper stutzt, bricht ab, lacht: „Natürlich bin ich nicht in erster Linie Fußball­profi geworden, um die Kreissportlerwahl zu gewin­nen. Insofern doch eher der Treffer in der Allianz-Arena.“ Trotzdem: „Ich freue mich sehr über die Auszeichnung. Zumal sie zeigt, dass die Menschen in meiner Heimat offenbar Anteil an meinem Werdegang nehmen.“

Philipp Hüwe ist außer sich vor Freude darüber, dass er in derselben Katego­rie gewonnen hat: „Weil wir ja selten als Sportler wahrge­nommen werden, obwohl auch wir uns permanent auf dem Platz oder an der Linie bewegen.“ Der Coesfelder ist 2020 zum Schiedsrichteras­sistenten in der Beletage auf­gestiegen (wo er auch schon mit Pieper zu tun hatte). Den Preis, der bei ihm einen Eh­renplatz erhalte, verstehe er als einen für die ganze Zunft:

„Weil man oft über die Refe­rees mault und sie nur selten Anerkennung erfahren.“

Über einen Mangel an Wertschätzung können sich die Badmintonspieler des SC Union Lüdinghausen in puncto SMP kaum beschwe­ren. Schnaase-Beermann war, als Teenager, die aller­erste Preisträgerin. Inzwi­schen können sie beim örtli­chen Erstligisten eine ganze Vitrine mit Sportmedien­preisen füllen. „So viele wa­ren es noch nie“, frohlockt Union-Chef Michael Schnaa­se. Yvonne Li und Linda Efler wurden als beste Sportle­rinnen geehrt, Union 1 und 2 landeten in der Kategorie „Mannschaft“ ganz vorn.

Frederik Stegemann, Kapi­tän der im Vorjahr in die Re­gionalliga aufgestiegenen Reserve, findet es „klasse, dass wir mal nicht im Schat­ten der Ersten stehen“. Der Regionalliga-Aufstieg 2020 Sei das Ergebnis jahrelanger Arbeit und Zielstrebigkeit. Efler, bei der Sportlerwahl in ihrer Heimatstadt Emsdetten Dauergast auf dem Podium, freut sich, „dass es jetzt auch im Kreis Coesfeld geklappt hat“. Und Li ist nur ein biss­chen traurig, „dass wir nicht alle zusammen in der Fabrik feiern konnten“.

Auch Leichtathlet Manuel Sanders, bereits 2019 bester Sportler, bedeutet der neuer­liche Sieg viel – „gerade in einem Jahr, in dem nur we­nige Rennen stattfanden“. Das 400-Meter-Ass aus Dül­men musste seine Olympia- Premiere um (mindestens) ein Jahr verschieben. Für Pia Meßing (Coesfeld), 2020 bei den Deutschen Meister­schaften der Juniorinnen mit Siebenkampf-Silber de­koriert, kam „schon die Net minierung überraschend. Dass ich das Ding sogar ge­winne: mega!“ Gleich zwei Pokale staubte Cross- und Hindernisläufer Marco Siet­mann ab: einen für Platz drei bei der Jugend-DM über 2000 Meter, einen als Teil der U20-Staffel der LG Brillux, die im Vorjahr auf nationaler Ebene triumphierte (und der mit Oskar Enseling ein wei­terer Nottulner angehörte). „Auch wenn wir für Münster starten, sind wir fest im Kreis Coesfeld verwurzelt. Daher wissen wir den Preis sehr zu schätzen“, betont Sietmann.

Auf die hiesigen Springrei­ter ist nicht nur bei der SMP- Vergabe Verlass. Mehrere Male bereits war Team West­falen 1 bei den Deutschen Hallenmeisterschaften in Braunschweig das Maß der Dinge. „Toll, dass die Fachju­ry das anerkennt“, so Mann­schaftsführer Klaus Reina- cher (RV Osterwick), dessen Tochter Greta im Stechen auf Galme die Entscheidung herbeiführte. Platz eins auch für das Team Westfalen 2, das im Herbst in Appelhül­sen den Bundesvierkampf gewann. Für Sina Brügger (RV Ascheberg), die zudem als Kreissportlerin nominiert war, sind „Siege mit der Mannschaft was ganz Beson­deres“. U21-Europameister Philipp Schulze Topphoff (RV Havixbeck-Hohenholte) weiß, „dass wir Springreiter von Corona weniger betrof­fen waren als andere Sport­ler“. Insofern nehme er den SMP „mit Demut“ entgegen. Beachvolleyballerin Cinja Tillmann (Senden) war be­reits 2011 Kreissportlerin des Jahres. „Dass mich die Leute daheim über einen so langen Zeitraum nicht vergessen, berührt mich“, kommentiert die amtierende Vizeeuropa­meisterin die nächste Aus­zeichnung.

Für G-Judoka Carina Niemeyer von der DJK(Dülmen) war es das erste SMP-Gold – und laut Trainer Bernard Freitag Ansporn, weiter Gas zu geben, sobald die Welt­meisterin wieder auf die Matte dürfe. Florian Levenig

Bernard
Bernard
Judotrainer

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