Dülmener ID-Judoka starten beim 12. Landesjudo-Turnier von Special Olympics NRW Trainer kritisieren: „Es ist nicht fair gelaufen“

Frank Klapper 1. Vorsitzenden der DJK Dülmen reinigt die Matte mit einem Mattenreinigungsgerät.
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Dülmener ID-Judoka starten beim 12. Landesjudo-Turnier von Special Olympics NRW Trainer kritisieren: „Es ist nicht fair gelaufen“

Carina Niemeyer und Martin Tritt erkämpften sich in Essen die Bronzemedaille, obwohl sie als einziges gehandicaptes Paar antraten.

DÜLMEN. Weil die meisten ID-Judoka aufgrund ihrer Behinderung zur Corona-Risikogruppe gehören, wurde das 12. Landesjudo-Turnier von Special Olympics NRW in Essen-Kupferdreh als In­klusives Kata-Turnier durch­geführt.

Bei einer Inklusiven Kata repräsentiert der ID-Judoka den Werfenden oder Haltenden (Tori), während sein nicht beeinträchtigter Partner (Uke) in einer passiven Funktion geworfen oder gehalten wird. Bei einer Kata wird also nicht gegeneinander gekämpft, vielmehr demonstrieren zwei Judoka vorgegebene und festgelegte Bewegungsformen miteinander (Stand- oder Bodentechniken).

Die DJK Dülmen nahm mit seinen besten Kata-Athleten Carina Niemeyer (Weltmeisterin, Vizeeuropa­meisterin und mehrfache Deutsche Meisterin, sowie Schwarzgurt-Trägerin) und Martin Tritt (Deutscher Vize­meister) teil. Anders wie beim Judo-Kampf kommt es bei der Kata auf Disziplin, Konzentration und Körperspannung an. Unter Corona- Bedingungen doppelt so schwer. Denn die Tribünen blieben leer, Athleten mussten Masken tragen und auch die Verpflegung zwischen den Pausen fiel aus.

Für das Kata-Turnier in Essen hatten sich insgesamt acht Paare aus vier Vereinen gemeldet. Der Kata-Wettbewerb wurde in zwei Wertungsgruppen durchgeführt, um den Teilnehmern möglichst gleiche Startbedingungen zu ermöglichen: Die motorisch weniger eingeschränkten Judoka der Wettkampfklasse I demonstrierten jeweils sechs Würfe (eine Gruppe der Nage-No-Kata), während die in ihren Bewegungsmöglichkeiten eingeschränkteren Athleten jeweils fünf Haltegriffe (1. Stu­fe der Katame-No-Kata) zeigten.

Die acht Paare mussten ih­re Kata-Demonstration in der Vorrunde jeweils zwei­mal aufführen. Im Modus „Best of two“ ging die jeweils beste Kata in die Wertung ein, so dass zunächst die beiden dritten Plätze festgelegt wurden. In der Finalrunde wurden nach dem gleichen Modus nochmals zwei Kata-Demonstrationen gezeigt. Erneut ging die beste Kata- Vorführung in die Wertung ein und entschied über Platz eins und zwei.

Nach dem langen Lockdown und den daraus resul­tierenden kurzen Trainingsmöglichkeiten war es er­staunlich, zu welchen Leistungen die ID-Judoka schon wieder in der Lage waren.Vor allem, wenn man bedenkt, wie schwierig und langwierig dieses Bewegungslernen für eingeschränkte Judoka ist.

Als einziges Team hatte die DJK Dülmen beide Athleten mit einer Behinderung aufgestellt. Alle anderen Teams, sicherten sich die vordersten Plätze, da sie die stärksten „nicht behinderten“ Athleten als Uke haben antreten las­sen. Doch das hat die beiden Dülmener nicht aus der Ruhe gebracht. Mit nur zwei Punkten Abstand konnten sie einen tollen dritten Platz belegen. „Unter diesen Bedingungen ist es für unsere Kämpfer Carina Niemeyer und Martin Tritt nicht fair ausgetragen worden, dennoch ha­ben unsere Athleten Mut bewiesen und ihr Bestes gegeben“, so die Trainer Marcel Mülder und Lukas Kollmer einhellig.

Bernard
Bernard
Judotrainer

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